Tjorg Douglas Beer

Simsalabim, 2018
400 x 140 x 120 cm
Steinzeug, bemalt und glasiert, verzinkter Stahl

Mini #2, 2019
60 x 35 x 35 cm (Stahlgestell 110 x 35 x 35 cm)
Keramik, gestempelt, bemalt und glasiert, Stahlgestell oxidiert, MDF

Mini #2, 2019
60 x 35 x 35 cm (Stahlgestell 110 x 35 x 35 cm)
Keramik, gestempelt, bemalt und glasiert, Stahlgestell oxidiert, MDF

Courtesy: the artist and Galerie Mikael Andersen, Copenhagen
Bildrecht: Henning Rogge

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Beer beschäftigt sich in seiner Arbeit auf subjektive art mit Themen, die ihn in seinem Leben interessieren. Politische und gesellschaftliche Themen ebenso wie persönliche Perspektiven auf z.B. Alltagsszenarien. Beer sagt über seine Arbeit: „Es gibt Leute die schreiben Songs – ich mache Sachen.“

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TJORG DOUGLAS BEER SIMSALABIM
„… is an outside sculpture …. A memorial to the Future. A small shell of hope fragily drifting lightly above the dangerous world`s waves.“

Die Keramiken, sind Abformungen von kränklich-blassen Antlitzen von fast erwachsen aussehenden Kinder-Schaufensterpuppen, die er bemalt und glasiert. Einige der Skulpturen sehen aus wie faschistische Kinder mit mutierten Hunden, Obdachlosen in Militärkleidung, Bettlern oder Wahrsagerinnen auf einem Ölfass. Sie sind desperate Hoffnungsträger eines verlorengegangenen Kampfes; Repräsentanten einer stagnierten Jugendbewegung und utopischen Denkweise.

Simsalabim geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Begegnungen mittelalterlicher Christen mit Muslimen zurück, die bis ins Spätmittelalter (auch wegen des damaligen technologisch-wissenschaftlichen Fortschritts der islamisch geprägten gegenüber der europäischen Welt) oft als „Zauberer“ beschrieben wurden. Das von praktizierenden Muslimen vor jeder bedeutungsvollen Tätigkeit gesprochene bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm (Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen) wurde daher in volkstümlichen Erzählungen lautmalerisch als beschwörende Zauberformel verstanden.

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TJORG DOUGLAS BEER Mini
Die Skulptur Mini ist nach der Form einer Mini Nuke (kleine Atombombe) gefertigt.
Die Keramiken werden in Zusammenarbeit mit einem griechischen Keramiker hergestellt. Nach einer Reihe von Figuren entwickelte Beer eine eher technische Form von Figuren, Köpfen. Die Form ähnelt Raketen und Bomben. Diese werden dann mit verschiedenen Objekten aus dem Künstleratelier bestempelt. Die Skulpturen bekommen Gesichter und ähneln einer Symbiose aus Mensch und Ding.